Borneo 2015

Laaaangweilig

Ich bin immer wirklich gerne in den Tropen. Allein die schwüle Hitze macht mich zufrieden; aber mit dem Namen der Insel, auf der ich mich befand, also Borneo, verband ich soviel mehr und anderes als ich nun zu sehen bekam.
Von der wenigen ursprünglichen Natur auf meiner Sulawesi Radreise etwas enttäuscht, erhoffte ich mir auf Borneo mehr davon erleben zu dürfen.
Aber die Zeiten haben sich sichtlich geändert. Zumindest wenn man keine Expedition in die verbliebenen Regenwälder startet, bekommt man ersteinmal nur eintönige Plantagen statt üppiger Regenwälder, nichtssagende Beton- statt traditioneller Holzhäuser, Motorräder statt Ochsenkarren, Basecaps und Jeans, statt Sarongs zu sehen.
In meinen romantisierenden Phantasien hatte ich nicht bedacht, dass Borneo, besser Sarawak und Sabah, teil des recht modernen Malaysias sind.
Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, da mir Indonesien recht gut bekannt ist, und sich die Länder auf den ersten Blick nicht viel nehmen.
Und doch hat das Moderne seinen ganz eigenen Reiz, so es sich in einem tropischen Land ereignet.
Naja, und wäre Borneo so, wie es früher einmal gewesen sein muss, dann könnte man dort wohl kaum eine Radreise wagen…

Ich zeige bewusst alle Bilder, die ich eigentlich langweilig finde, weil es eben genau dem entspricht, was ich oben beschrieben habe. Radreisen bestehen nicht nur aus sensationellen Erlebnissen und spektakulären Aufnahmen, sondern sind über weite Strecken laaaangweilig.
Nicht langweilig waren Eindrücke, die nicht visueller Art sind. Geräusche, Gerüche, die unglaubliche schwüle Hitze.

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TEIL EINS

Im ersten Teil der Radreise geht es im Sarawak genannten Teil Borneos von Sibu, Bintulu bis Miri

Im zweiten Teil der Radreise geht es von Miri in Sarawak über Brunei in den Sabah genannten Teil Borneos nach Keningau bis Tawau.

Teil Eins der Borneo Radreise

Ich war ganz aus dem Häuschen, als dieser flockige Winzling auf dem Geländer des Holzwegs zur Niah Höhle zielstrebig an mir vorbei krabbelte. Eine Spinne, tatsächlich.

Ein Video dazu können Sie bei YouTube ansehen

Mein Plan war, von Miri erst nach Bario, dann über Ba’kelalang nach Lawas zu fahren. Der Größte Teil der Strecke (ca 400km) führte über Loggingroads, also unbefestigte Pisten, die für den Abtransport der Baumstämme angelegt worden waren.
Ich war darauf gefasst, dass sie ähnlich der Pisten auf Sulawesi steinig-ruppig sind, aber nicht wie nasser Ton. Meine Räder waren blockiert, so dass selbst schieben kaum möglich war, zumal meine Schuhe keinen Halt auf dem schmierigen Untergrund fanden. Als würde man über einen frisch gepflügten Acker fahren. 
Nach nur 20km musste ich eine Entscheidung treffen. Ich machte kehrt, denn es schien mir ein aussichtsloses Unterfangen zu sein, eine solch lange Strecke unter diesen Bedingungen bewältigen zu können. Der Frust war groß, denn auf diesen Teil, der durch den Regenwald führt, hatte ich mich am meisten gefreut. (man beachte das kaum sichtbare Mädchen am Heck des Lasters)